Grundsätzlich ist festzustellen, dass eine Zoohandlung, die optisch schon keinen positiver Eindruck macht,
wahrscheinlich auch nicht unbedingt qualifiziert für gute Haltung und Beratung ist. Hier haben wir einige
Merkmale für Sie zusammengefasst, an denen sich ein gutes und qualifiziertes Zoofachgeschäft erkennen lässt:
- Die einzelnen Waren sind nach Sortiment geordnet und die Tiere sollten in einem abgetrennten Raum
gehalten werden, dies bedeutet auch, dass die Hamster nicht direkt unter kreischenden Vögeln gehalten
werden. Außerdem muss Tageslicht vorhanden sein. Daher brauchen die Hamster auch mind. ein
Schlafhäuschen als Rückzugsmöglichkeit, je nach Besatzungsdichte auch mehrere. Die Häuser sollten gut für
die Tiere sein und wirklich dunkel im Inneren sein, nicht mit mehreren Fenstern, die nur dem Menschen
gefallen. Teilweise wird dies den Tieren komplett vorenthalten, damit man sie auch tagsüber sieht.
Zusätzlich wird noch eine Innenbeleuchtung eingeschaltet. Beides ist für den nachtaktiven Hamster eine
Quälerei. Tiere, deren Biorhythmus ständig derart gestört wird, sind meist wesentlich anfälliger gegen
Krankheiten und auch ängstlicher, daher neigen sie doch eher zu Aggressivität. Hamster, die in
einer solch lieblosen Form gehalten und angeboten werden, sollten Sie auf keinen Fall
kaufen.
- Die
Behausungen der Tiere sind beispielhaft eingerichtet, dürfen nicht überbesetzt sein und außerdem
müssen sie den kleinen Nagern optimale Lebensbedingungen gewährleisten. Sie haben eine angemessene Größe, sind sauber und hygienisch, aber nicht uninteressant.
Sowohl die
Näpfe, als auch die
Wassertränke (außer bei extrem jungen Hamstern, die noch kein Wasser bekommen dürfen) sollten
gefüllt sein. Allerdings muss das Futter nicht notwendigerweise im Napf angeboten werden, da der
Hamster einen solchen in der Natur auch nicht vorfinden würde, und wenn das Tier sein Futter in der
Einstreu suchen muss, ist es beschäftigt.
- Die
Einstreu und auch das Stroh sollten frisch sein. Dies lässt sich sehr leicht an zu starker
Verkotung feststellen.
- Die Hamster sollten nach
Geschlechtern getrennt sein, um zu vermeiden, dass ein unwissender Verkäufer ein Männchen als
Weibchen oder umgekehrt verkauft und vor allem, damit ein Weibchen nicht
trächtig verkauft wird. Außerdem sind derart produzierte Tiere meist nicht besonders robust, da zum
einen mit jedem nichtverkauften Tier weitervermehrt wird und zum anderen die ständigen Trächtigkeiten
an den Kräften der Weibchen zehren, die dann nicht mehr genug Reserven haben, um ihren
Nachwuchs ausreichend zu versorgen.
- Zoohandlungen die ihre Tiere im Schaufenster ausstellen, sind auf gar keinen Fall als kompetent und
qualifiziert zu bezeichnen.
- Auf Wunsch wird ein Haustierpass ausgestellt oder wenigstens auf dem Kassenzettel Geschlecht und
Farbe des Tieres vermerkt.
- Eine gute Zoohandlung sollte genügend große und artgerechte
Behausungen verkaufen oder wenigstens bestellen können (kleine Läden haben oft nicht das ganze
Sortiment da, wenn sie kein Lager haben). Tierquälerisches Zubehör (wie schlechte Laufräder,
Plastikkugeln, etc) suchen Sie in einem guten Laden vergeblich. Wem die Tiere wirklich am Herzen
liegen, verzichtet auf das bisschen Profit, was ihm der Verkauf einbringen würde (dadurch kann es
sein, dass die Tiere etwas mehr kosten als in anderen Läden).
- Ein guter Zoofachhändler nimmt sich immer Zeit für eine ausführliche Beratung und wird Ihre Fragen
ernsthaft beantworten, keinesfalls pampig. Beachten Sie auch, ob er Sie auf entsprechende
Literatur hinweist, damit Sie sich über den neuen Hausgenossen informieren können. Falls der
anwesende Verkäufer Ihre Fragen nicht beantworten kann, weiß er wann Kollegen, die sich mit Hamstern
auskennen, anwesend sind (Laut Veterinäramt muss sich zu jeder Öffnungszeit ein sachkundiger Mensch
im Laden befinden!). Optimalerweise hängt der Sachkundenachweis gut einsehbar im Laden aus. Fragen
Sie den Verkäufer auch ruhig, ob er selber einen Hamster hat oder gehabt hat. Man kann sich viel aus
Büchern anlesen, aber die Realität ist oft ganz anders.
- Gucken Sie sich einfach mal um, wie mit den Tieren (und Ihnen als Interessent!) umgegangen
wird. Wo immer man versucht, Ihnen ein Tier in die Hand zu drücken und Sie dann loszuwerden, sollten
Sie so schnell wie mögliche verschwinden - ohne Tier. Denn eine gute Beratung ist bei Zooläden
Pflicht! Und fragen sie ruhig auch selber nach, schließlich wollen Sie ja einen Eindruck gewinnen, was dem
Tier bisher widerfahren ist. Ein Zooladen, der seine Tiere gut behandelt, muss nicht damit rechnen,
von ihnen gebissen zu werden. Also Vorsicht, wenn die Hamster nicht angefasst werden und das Personal
offensichtlich Angst vor ihnen hat! Sollte ein Zooladen während der Öffnungszeiten die
Behausungen reinigen, gucken Sie sich die Prozedur ruhig mal an - wo die Tiere grob angepackt oder
mit dem Handfeger aus dem Weg gescheucht werden, machen die Tiere natürlich schlechte Erfahrungen mit
dem Menschen, die später bei der
Zähmung zum Problem werden können.
- Ein gutes Zoogeschäft würde keinen Hamster an jemanden verkaufen, der ihn einem Kind von unter
zehn Jahren schenken will. Erstens sollte sich jeder seinen zukünftigen Hausgenossen selber aussuchen,
zweitens sind Kinder unter zehn Jahren nur in Ausnahmefällen geeignet, Hamster zu halten.
- Gerade Hamster sollte der Händler auch nicht einfach herzeigen, um die Neugier des Kunden zu
befriedigen. Dazu müssen sie nämlich geweckt werden, und das macht sie auf Dauer aggressiv. Wenn ein
Händler empfiehlt, abends wiederzukommen, ist das eher ein gutes als ein schlechtes Zeichen! Dann muss
er die Tiere nicht wecken, sondern sie sind häufig schon wach. Dazu müssen die Öffnungszeiten
natürlich zulassen, dass man die Tiere entweder Morgens oder Spätnachmittags/Abends beobachten kann,
wenn ein Laden von 10-16 Uhr aufhat, ist das weniger gut.
- Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Fragen Sie den Zoohändler doch erst einmal, ob Sie auch mehrere
Tiere als Futtertiere bei ihm bekommen können - evtl. sogar noch etwas günstiger, aufgrund der
Menge. So lässt sich dann sehr schnell herausfinden welche Haltungsmaßstäbe in dem Zooladen gesetzt
werden und ob es ratsam ist sich hier einen neuen Hausfreund zuzulegen.
Hinweis: Leider erlebt man oft katastrophale Bedingungen in sogenannten Zoofachgeschäften und
ein Kauf der Tiere spielt dann auch noch in die Taschen solcher Läden, hat man ein Tier „gerettet“
ist ein Neues da. Besser ist da schon der Versuch gegen solche Bedingungen vorzugehen, indem man sie
dem staatlichen Veterinäramt meldet oder den örtlichen Tierschutzverein einschaltet und dort einen
Bericht über das Erlebte abgibt, am Besten mit Zeugen. Darin sollte der Tatbesandt stehen, der genaue
Zeitpunkt - Datum, Uhrzeit - der Name des zuständigen Verkäufers und evtl. weiter wichtig
Einzelheiten. Ob es etwas bringst bleibt natürlich immer abzuwarten, jedoch ist das Veterinäramt dazu
verpflichtet solchen Dingen nachzugehen, gerade wenn sie öfter vorkommen.
Zu empfehlen sind Zoofachgeschäfte, die dem
Zentralverband Zoologische Fachbetriebe Deutschland e.V.
(ZZF) angeschlossen sind. Zusammen mit der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.
(TVT) und dem Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V. (BbT) verleiht der ZZF die
Plakette "Ausgezeichnetes Zoofachgeschäft". Doch VORSICHT(!), es gibt jede Menge andere ähnlich
klingende "Auszeichnungen", Zoofachgeschäfte mit der echten ZZF-Plakette sind leider eher selten.
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