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Übersicht - Grundsätzliches
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Der richtige Umgang mit einem Hamster
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Trotz der
Abstammung von nur wenigen Tieren lassen sich bei den Hamstern in Heimtierhaltung noch viele
Verhaltensmuster der wilden Vorfahren beobachten. Um ihr Verhalten deuten und sich darauf richtig
einstellen zu können, empfiehlt es sich natürlich, möglichst viel über Hamster zu wissen. Denn im Grunde
sind die kleinen Nager sogenannte Fluchttiere, die zwar als liebenswert gelten, wenn sie erst einmal
handzahm sind, doch weiß jeder, der sich intensiv mit ihnen beschäftigt, dass sie auch recht misstrauisch
und wehrhaft sein können. In ihrer Heimat sind Hamster nun mal vielerlei
Gefahren durch Fressfeinde ausgesetzt, daraus resultiert dann auch, dass sie dämmerungs- und
nachtaktiv sind. Außerdem sind sie außerhalb der
Paarungszeit absolute Einzelgänger, die ihr Territorium deutlich markieren und es gegen
Nahrungskonkurrenten der eigenen Art vehement verteidigen. Nach der Geschlechtsreife verhalten sich
Hamster nur noch in ganz vereinzelten Fällen friedlich gegenüber ihren Mitbewohnern. Dieses ist allerdings
in der Regel nur bei einigen
Zwerghamstern, zu beobachten. Überleben bedeutet für Hamster neben der Verteidigung allerdings
hauptsächlich die Flucht in den sicheren Bau. Tja und für das Überleben hat die Natur sie bestens
ausgestattet. Ihre kurzen, aber muskulösen
Beinchen nutzen beim Graben und bringen sie schnell auf Touren, und ihr geschmeidiger,
walzenförmiger
Körper ermöglicht schnelle Wendungen und das blitzartige Einfahren in die Baue.
Artgerechte und abwechslungsreiche Haltung
Wie jedes andere Heimtier braucht natürlich auch ein Hamster ausreichend Möglichkeiten, um seinen eigenen,
natürlichen Beschäftigungen nachzugehen. Er will sich ausgiebig putzen, fressen, klettern, laufen und
dazwischen immer mal wieder ein Nickerchen einlegen.
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| Artgerechte und abwechslungsreiche Behausung |
Je mehr man seinem Hamster dieses Leben ermöglicht, umso wohler wird er sich fühlen. Tiere
denen Abwechslung geboten wird, sind gesünder, während sie ohne Beschäftigungsmöglichkeiten schnell in
sogenannte stereotype Verhaltensweisen verfallen, also beispielsweise ständig am Gitter nagen oder
stundenlang im Laufrad herumrennen. Es ist also besonders wichtig, dem Hamster einen artgerechten
und abwechslungsreichen Alltag zu bieten. Dabei sollte man aber immer beachten, dass Hamster
kein Spielzeug sind und sie sollten nicht ununterbrochen herumgetragen und/oder gestreichelt
werden. Die Tiere können apathisch oder gereizt auf eine solche Behandlung reagieren,
krank werden und sogar relativ jung sterben und das will man ja bestimmt nicht. Wenn der Hamster
erst mal völlig
zahm ist, wird er auch schon mal auf die Hand krabbeln und sich streicheln lassen. Wie oft dies
passiert, sollte er jedoch selbst bestimmen dürfen und niemals einem Zwang ausgesetzt werden.
Ganz wichtig ist es auch, auf jeden Fall die Ruhezeiten der kleinen Vierbeiner zu
berücksichtigen. Bei den nachtaktiven Tieren bedeutet das, dass sie fast nie tagsüber,
aus ihrem Häuschen kommen, Ausnahmen sind hier einige
Zwerghamster, aber auch die dürfen natürlich ebenso wenig geweckt werden, wie ein
Mittelhamster. Unnötiges Wecken während der Schlafzeiten fördert die
Aggressivität und verringert die Lebenserwartung!
Ein bisschen Zeit muss sein
Eine weitere Voraussetzung für die Hamsterhaltung: Man braucht etwas Zeit. Zum einen natürlich auf jeden
Fall für die nötige Versorgung,
Pflege und Reinigung, aber auch um sich mit den Nagern zu beschäftigen oder sie zu beobachten. Als
Einzelgängern fehlt die tägliche "Streichelstunde" den Hamstern (im Gegensatz zu einzeln
gehaltenen Kaninchen) zwar nicht, aber gerade was das richtige Umfeld betrifft kann und sollte
man als Hamsterhalter alles daran setzen, hier die richtigen Vorraussetzungen für ein langes und
artgerechtes Hamsterleben zu schaffen. Denn grundsätzlich fehlt dem Hamster in seiner, wenn auch noch so
geräumigen
Behausung alles, was ihn in Freiheit auf Trab hält: Feinde, vor denen er sich schützen muss,
Futter, das er draußen suchen müsste. Der Bau, sein Nest, ist in unmittelbarer Nähe des Futterplatzes.
Neuland entdecken kann er nicht. Ein Leben auf Dauer in einer so eintönigen und abwechslungsarmen Umgebung
lässt die kleinen Nager schnell stumpf und teilnahmslos in ihrem Verhalten werden und womöglich
(zu) früh
altern.
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| Tummelplatz mit natürlichen Materialien. |
Daher ist neben dem regelmäßigem
Auslauf, sofern es sich um einen
Mittelhamster handelt, natürlich immer darauf zu achten, die Behausung abwechslungsreich und
interessant gestalten, vor allem gilt dies für die
Zwerghamster, da hier die wenigsten wirklich begeistert sind, wenn man ihnen Auslauf in einer
hamstersicheren Umgebung gewährt. Allerdings kann man sowohl für Mittel-, als auch Zwerghamster eigens für
sie eingerichtete Spiel- und Beschäftigungsparcours o. ä. herrichten und je nach Bauweise können
die kleinen Racker hier auch einige Zeit alleine bleiben. Ist diese Einrichtung nicht wirklich
ausbruchsicher und fluchtfest gestaltet, braucht man möglichst täglich 1-2 Stunden "Aufsichtszeit".
Anfassen, Hochnehmen und Tragen
Ist ein Hamster erst mal
handzahm, kann man ihn auch ab und zu mal anfassen oder ihn hochnehmen, hierbei sind allerdings einige
Dinge zu beachten, damit es bei solchen Versuchen nicht zu
Unfällen oder
Verletzungen kommt und außerdem ist immer zu bedenken, dass sich auch handzahme Hamster nicht immer und
von Fremden ohnehin nicht gerne anfassen lassen.
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| Man lässt den Hamster auf die Hand laufen ... |
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| ... und gleich mit der anderen Hand sichern, so dass er nicht herunterfällt. |
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| Guten Schutz bietet auch der Griff mit beiden Händen. |
Grundsätzlich aber gibt es mehrere Möglichkeiten die
kleinen Nager richtig zu fassen bzw. zu greifen. Geht der Kleine schon von sich aus auf die Hand, hat man
relativ leichtes Spiel. Man kann ihn mit den Fingern der anderen Hand vorsichtig von oben aufnehmen bzw.
legt die Hand von oben über den Körper (achten Sie darauf, dass der Hamster die Hand kommen sieht, sonst
könnte er erschrecken), so dass ein kleiner Hohlraum entsteht, in dem er sich geborgen
fühlt, ohne flüchten zu wollen. Gut lässt sich ein Hamster auch aufnehmen, wenn man ihn mit leicht
gewölbten Händen umgreift, ohne ihn dabei zu erdrücken. Ein zu festes Umfassen des Brustkorbes kann
beispielsweise einen Schockzustand durch Lungenkompression hervorrufen. Eine einfache Vorgehensweise für Ungeübte ist die
sogenannte "Kannentechnik". Man hält dem Hamster mit einer Hand ein kleines Gefäß vor, in das er gut
hineinpasst (Pappkarton, leere Kaffeebüchse o. ä.). Meist huscht er sofort in diese interessante
Höhle, und man kann ihn hochnehmen. Diese Methode eignet sich vor allem während der Urlaubsversorgung
für unerfahrene Pfleger. Aus der Hand kann der Hamster dann auf den Körper krabbeln und dort umherlaufen.
Manche lieben es, in weite Ärmel zu kriechen. Natürlich muss man dabei immer ein Auge auf den mutigen
Entdecker haben, so dass er keinen Schaden nehmen kann. Eine Quälerei ist es, einen Hamster am Nackenfell
zu packen und hochzuheben, das dulden meist nur ganz junge Hamster, die sich auch von ihrer Mutter so
tragen lassen.
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| Hamster nie am Nackenfell greifen! |
Grundsätzlich macht ein solcher Griff dem Hamster Angst, er kann aggressiv reagieren
und sogar beißen, weil er den Boden unter den Füßen verliert. Muss man ihn einmal aus einer Zwangslage
befreien oder zur
Pflege bzw. bei Hilfsmaßnahmen (Verletzung etc.) fixieren, so wird er, mit dem Rücken auf der
Hand liegend, mit zwei Fingern am
Kopf festgehalten, damit er seine Wendigkeit nicht nutzen kann, um aus der Not heraus zu beißen. Ist
es aber doch geschehen und der Hamster hat mal gebissen, bewahren man am Besten die Ruhe. Es kann immer mal dazu
kommen, dass ein Hamster zubeißt, wenn er sich angegriffen fühlt und/oder Angst hat. Daher sollte immer alles
vermieden werden, was ihn erschreckt oder beunruhigt, vor allem während seiner
Eingewöhnungszeit. Niemals darf das Tier aus dem Tiefschlaf gerissen werden, wenn er der Hand
ausweicht, quiekt oder brummt (dann möchte er ungestört bleiben) lässt man den Hamster am
Besten in Ruhe und schon gar nicht sollte man einen Hamster anfassen, wenn er sich auf den Rücken
legt und die Zähne bleckt. Diese Abwehrstellung nimmt er ein, wenn er sich bedroht fühlt.
Wenn man dann noch immer darauf achtet, dass man mit der Hand nicht zu fest zudrückt, das Tier
zwischen den Fingern eingeklemmt oder gequetscht wird (für den Hamster ist das dann so,
als hätte ihn ein Raubfeind erwischt, und er wehrt sich), sollte eigentlich nichts passieren und
wenn man doch einmal gebissen wird, ist es wichtig, vor allem Verständnis zu zeigen, dass der Hamster
sich auf diese Art wehrt. Jedes Strafen oder laute Schimpfen ist sinnlos und würde das nun völlig verschreckte Tierchen nur bissiger
machen. Man sollte auch nicht versuchen im Schmerz den Kleinen abzuschütteln und auf den Boden zu
schleudern. Das Tier überlebt diese Behandlung nicht. So verständlich diese Schreckreaktion sein mag:
Bitte immer darauf achten, wenn man überhaupt in eine solche Situation kommt, den Hamster
möglichst sanft "loszuwerden". Man sichert das Tier mit der anderen Hand und bewegt nun die Hand mit
Hamster vorsichtig soweit über eine ebene Fläche, bis der kleine Kerl festen Boden unter den Füssen
hat, er lässt dann sofort los (am idealsten wäre natürlich der Boden der
Behausung). Zur eigenen Wundbehandlung drückt man die Wunde gut aus und behandelt sie mit
Jodtinktur oder einem anderen desinfizierenden Medikament. Schmerzt die Verletzung länger oder entzündet
sie sich, sollte auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden. Sollte es mal dazu kommen, dass man
kämpfende Hamster trennen muss bietet es sich evtl. auch an Lederhandschuhe anziehen. Denn die, durch
solche Revierkämpfe, in Wallung geratenen Tiere, können dann auch einem Menschen enorme Verletzungen
zufügen.
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