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Übersicht - Hamsternachwuchs - Handaufzucht
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Handaufzucht bei Hamstern
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In der Regel kümmert sich eine Hamstermutter völlig instinktiv um ihren
Nachwuchs und man hat mit der Aufzucht, der Entwicklung bzw. der Erziehung der Jungtiere als
Mensch eigentlich nichts zu tun. Im Prinzip sollte man sogar tunlichst vermeiden, sich in diese
Aufgaben einzumischen, denn Hamstermütter können auf Störungen (auch wenn sie gut gemeint
sind) recht heftig reagieren und unter Umständen gefährdet man so die gesamte Familie. Allerdings
kommt es leider ab und zu vor, dass eine Hamstermutter nicht dazu in der Lage ist sich ausreichend um
ihren Nachwuchs zu kümmern. In solchen Fällen, kann man als Mensch versuchen, den Junghamstern die
Mutter zu ersetzten und die Kleinen mit der Hand aufzuziehen. Im Idealfall sollte auch noch ein
kompetenter Tierarzt bekannt sein, der einem mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.
Wann kommt eine Handaufzucht in Frage?
Wie erwähnt hat ein, wenn auch gut gemeinter, Eingriff von außen in eine intakte Hamsterfamilie
mitunter schlimme Folgen, daher sollte wirklich immer erst mal ganz sicher sein, dass die Babys ohne
Hilfe vom Menschen keine Chancen haben, bevor man sich zur Handaufzucht entscheidet. Ziemlich klar
ist die Sache im Falle eines verstorbenen Muttertieres, Ursachen für solche Tragödien gibt es
verschiedene, z. B. eine sogenannte Steinfrucht. Es handelt sich dabei um ein vorzeitig abgestorbenes
und mumifiziertes Embryo, welches sich durch Eintrocknungsprozess zu einem kleineren harten Gebilde
zurückgebildet hat. Diese werden bei der Geburt nicht immer ausgeschieden und verursachen höllische
Schmerzen im Unterleib des Muttertieres. Das führt dazu, dass das Hamsterweibchen sich selbst den
Bauch aufbeißt und somit im Endeffekt selbst tötet, um den Schmerzpunkt zu bekämpfen. Aber auch
andere
Erkrankungen, Unfälle oder das Alter und der Stress können für den
Tod einer Hamstermutter verantwortlich sein, dann ist der Mensch natürlich die letzte Chance für die
Babys. Ist die Mutter ausgebüchst und verschwunden, aufgrund einer Erkrankung
(Gehsäugeentzündung, Folgen eines Unfalls o. ä.) oder Behandlung mit Antibiotika
schlichtweg gar nicht in der Lage für ihre Babys zu sorgen, verhält es sich ähnlich, wie bei einem
verstorbenem Muttertier, die Babys sollten von der Mutter getrennt und vom Menschen aufgezogen
werden, ansonsten gibt es kaum eine Chance. Handelt es sich um ein zu junges, unerfahrenes
Hamsterweibchen, sollte immer erst mal versucht werden, dafür zu sorgen, dass die Hamstermutter
ihre Aufgaben allein erledigen kann. Also ausreichende Versorgung mit
tierischem Eiweiß, mit Flüssigkeit und vor allem keinen unnötigen Stress.
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| Kümmert sich die Mutter um den Nachwuchs, ist ein Eingreifen des Menschen unnötig |
Nur, wenn wirklich eindeutig klar ist, dass die Mutter absolut überfordert ist und die Babys ohne den
Menschen keine Chance haben, sollte man dann die Handaufzucht der Jungtiere in Betracht ziehen. Ein
totes oder "verschwundenes" Hamsterbaby, eine "Auszeit" der Mutter für einige Zeit außerhalb des
Nestes o. ä. sind keine Gründe, der Mutter ihre Fähigkeiten abzusprechen. Die Mutterrolle ist
ein harter Job und da braucht auch ein Hamsterweibchen ab und zu mal eine kurze Pause. Es gibt
außerdem immer mal Babys die einfach zu schwach sind, um selbst bei bester Versorgung zu überleben.
Der Verzehr eines Babys, um ausreichend Milch für den Rest der Familie zu haben, ist für eine
Hamstermutter ein völlig natürlich Vorgang und auch, wenn solche Verluste tragisch sind, kann mit dem
Versuch der Handaufzucht, in solchen Fälle, die ganz Situation verschlimmert werden. Bleibt die
Mutter allerdings mehrere Stunden und trotz mehrfachem
Fiepen der Jungtiere dem Nest fern oder nehmen die verstorbenen Jungtiere überhand,
ist der Zeitpunkt gekommen, sich für die Handaufzucht zu entscheiden. Und, um
das Risiko zu minimieren, sollte dann eigentlich auch immer über eine Trennung von Mutter und Babys
nachgedacht werden.
Je nach Alter der Jungtiere und deren allgemeiner Verfassung hat man auch durchaus gute Aussichten
auf Erfolg, wenn man versucht Hamsterkinder mit der Hand aufzuziehen. Leider gelingt es, wie erwähnt,
nicht immer, aber die Mühe ist es in jedem Falle wert und sind die Babys schon 3-4 Tage alt stehen
die Chancen nicht schlecht, dass der Mensch erfolgreicher Ersatz für die Hamstermutter sein kann. Mit
zunehmendem Alter steigen die Erfolgsaussichten, bei jüngeren Babys wird der Einsatz zwar oftmals
nicht mit Erfolg belohnt, aber wie gesagt, ein Versuch ist es immer wert.
Wichtigster Part des Menschen bei der Handaufzucht, sind die regelmäßigen Fütterungen mit einem
adäquaten Muttermilchersatz. Hierfür eignet sich am besten Hunden- oder Katzenaufzuchtsmilch,
diese bekommt man beim Tierarzt. Man kann sich aber auch mit Baby Pre-Nahrung (gibt es in Drogerien
oder Apotheken) oder verdünnter Dosenmilch weiterhelfen und immer darauf achten, dass die Milch
nicht zu kalt verabreicht wird, ideal ist Zimmertemperatur. Die Tiere dürfen jedoch nie zuviel auf
einmal bekommen, ein/zwei Tropfen, aus einer herkömmlichen Pipette (z. B. von Nasen- oder
Ohrentropfen, natürlich gründlich gereinigt!) oder kleinen Spritze (ohne Nadel!), sind
völlig ausreichend. Bis zu einem Alter von 7 Tagen muss stündlich gefüttert werden, danach
alle zwei Stunden. Ganz wichtig bei diesen Fütterungen ist eine kurze Bauchmassage nach jeder
Mahlzeit, hierzu nimmt man den kleinen Finger und reibt mehre Male vorsichtig kreisförmig über den
Bauch des Hamsters. Die Babys sind darauf angewiesen, damit ihre Verdauung angeregt wird, ansonsten
stirbt das Tier an Verstopfung. Außerdem sollten die Kleinen nur mit vorhandener
Streu, Hamsterwatte oder Taschentücher angefasst werden, dadurch frieren sie nicht beim
Herausholen und beim Zurücksetzen riechen sie noch nach der Familie. Vor allem, wenn die Mutter noch
bei den Babys ist, sollte jeder Fremdgeruch vermieden werden.
Sind die Junghamster bereits etwas älter (ca. 10-14 Tage) und können schon selbstständig
Nahrung aufnehmen, kann man auch Sämereien (Wellensittichfutter), Haferflocken, in Milch
eingeweichtes Vollkornbrot (Milch abschütten!) anbieten. Sehr beliebt und somit auch schon zu
einiger Berühmtheit gelangt ist z. B. auch
Lomanis Brei. Wasser oder
Frischfutter dürfen die Kleinen jetzt noch nicht bekommen, einzig geschälte und anfangs evtl.
auch geriebene Karotte kann ohne Bedenken verfüttert werden.
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| Eine Rotlichtlampe oder Stallleuchte sorgt für die nötige Nestwärme |
Neben der Versorgung mit Nahrung, ist auch (Nest-)Wärme eine wichtiger Punkt bei der
Aufzucht von Hand. Vor allem, wenn das Muttertier verstorben ist oder von den Babys getrennt wurde,
sollte auch hier der Mensch ein wenig nachhelfen und für die richtige Nestwärme sorgen. Am besten
funktioniert das mit einer Rotlichtlampe oder Stallleuchte, wie sie z. B. in Schweineställen
zu finden ist, da sie besonders für Tiere geeignet ist und nicht so heiß wird wie die handelsüblichen
Rotlichtlampen. Diese stellt/hängt man in einem sicheren Abstand über dem Nest/Häuschen
auf, in dem die Jungtiere schlafen. Bei handelsüblichen Rotlichtlampen ist darauf zu
achten, dass diese mindestens in 1,5 m Entfernung steht/hängt und die Bestrahlungsdauer nicht länger
als 10 bis 15 Minuten am Stück beträgt (Bedienungsanleitung/Packungshinweise beachten, es hat schon
Hamster gegeben, die von solchen Lampen regelrecht "gegrillt" worden sind). Eine spezielle
Rotlichtlampe für Stalltiere kann dauerhaft über der
Behausung leuchten. Hat man keine Rotlichtlampe können auch Wärmflaschen, welche dann
jedes Mal nach Abkühlen erneuert werden, weiterhelfen, diese legt man dann unter das Hamsterheim an
die Stelle an der die Babys schlafen (niemals ins Hamsterheim und darauf achten, dass die ganze
Geschichte nicht umfallen kann!). Auch ein Brutkasten für Reptilien (falls
vorhanden) kann hier sehr gute Dienste leisten, allerdings gehört so eine Gerätschaft natürlich
nicht unbedingt in das Rüstzeug eines Hamsterfreundes, aber evtl. kann man so etwas ja im
Bekanntenkreis ausleihen. Neben der regelmäßigen Wärmezufuhr, muss natürlich auch immer darauf
geachtet werden, dass die Kleinen immer schön zusammen im Nest bleiben. In der Regel holt die Mutter
die kleinen Entdecker von ihren ersten Ausreißversuchen direkt wieder zurück, ist sie nicht da, muss
auch hier der Mensch dafür sorgen, dass sich die Jungtiere in den ersten zwei Wochen nie zu lang aus
dem Nest entfernen. Idealerweise hat man ein Schlafhäuschen, mit einem abnehmbaren Dach,
dadurch wird das ständige Rumhandtieren am Nest bzw. mit den Kleinen erheblich erleichtert.
Wenn die Kleinen erst mal ein Alter von 15-20 Tagen erreicht haben, sind sie im Regelfall aus
dem Gröbsten raus. Allerdings sind Jungtiere bei der Handaufzucht in ihrem Entwicklungsstadium
meist ein wenig hinter Junghamstern aus einer "intakten" Hamsterfamilie zurück und man
sollte sie daher nicht zu früh voneinander trennen bzw. abgeben, solange es zu keinen Streitereien
kommt und die Tiere noch nicht geschlechtsreif sind, sollten sie in der
Gruppe zusammen bleiben.
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