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Allgemeine Hinweise zur Anschaffung

Bevor man sich einen Hamster zulegt, gilt es einiges zu beachten

Bei der Anschaffung eines Hamsters sind, wie bei jedem anderen Heimtier auch, einige grundlegende Regeln zu beachten und auf eine artgemäße und verhaltensgerechte Haltung zu achten (siehe auch: Definition rechts). In §2 des Tierschutzgesetzes vom 16. August 1986 heißt es dazu:

"Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
  • muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen;
  • darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden;
  • muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen."

Definition

"Artgemäß ist die Haltung dann, wenn sich nach den Regeln der tierärztlichen Kunst oder nach anderen naturwissenschaftlichen Kenntnissen keine gestörten körperlichen Funktionen, die auf Mängel oder Fehler in der Ernährung oder Pflege zurückgeführt werden können, feststellen lassen."

"Verhaltensgerecht ist die Unterbringung dann, wenn arteigenen Verhaltensmuster des Tieres durch sie nicht so eingeschränkt oder verändert werden, dass dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden am Tier selbst oder durch ein so gehaltenes Tier an anderen entstehen."

Tierchen wie die Hamster sind zwar nicht unbedingt die größten unserer Hausgenossen, aber auch sie beanspruchen eine gewisse Zeit an Pflege und Zuwendung. Auch sollten alle im Haushalt lebenden Personen über die Anschaffung informiert und natürlich auch mit der selbigen einverstanden sein. Daher ist auch immer vom Hamster als Spontangeschenk abzuraten!

Natürlich darf man auch nie vergessen, dass Hamster im Gegensatz zu Hund und Katze beispielweise noch nicht domestiziert sind. Obwohl schon seit Generationen von Menschen gezüchtet und in Wohnungen gehalten, haben sie ihre Lebensgewohnheiten nur wenig verändert und legen immer noch ihr ursprüngliches Wildtierverhalten an den Tag. Daher ist eine Mensch-Tier-Beziehung wie bei vielen anderen Haustieren nicht möglich, sprich in Bezug auf Kontaktaufnahme und Teilnahme am menschlichen Leben, erbringt ein Hamster nur bescheidene Leistungen. Wer darauf Wert legt, ist mit einem höher entwickelten Tier besser beraten, wer etwas zum Schmusen und Kuscheln sucht, der muss sich ein Plüschtier kaufen! Außerdem ist auch keine Hamsterart, als freilebendes Haustier zu halten, d. h. erst Mal braucht man eine geeignete Behausung und den dazu richtigen Stellplatz (nicht zu hell, nicht zu zugig, nicht zu laut, ...).

Daneben bietet es sich an, schon frühzeitig nach einem kompetenten Tierarzt zu suchen, denn ist der kleine Liebling erst einmal krank, ist meist eine schnelle und kompetente medizinische Hilfe von Nöten. Man sollte sich auch vor der Anschaffung darüber im Klaren sein, dass jede Tierarztrechnung den Anschaffungspreis des Tieres übersteigt, mitunter um ein Mehrfaches. Trotzdem darf man einem Tier eine notwendige tiermedizinische Behandlung nicht vorenthalten, zum einen ist das unverantwortlich und zum anderen auch Tierquälerei.

Hamster und Kinder

Sollte es sich bei der Anschaffung um einen Hausfreund für ein Kind handeln, ist ein Mindestalter von ca. 10 Jahren eigentlich die absolute Untergrenze und auch hier müssen auf jeden Fall die Eltern immer ein Auge auf den Hamster bzw. den Umgang mit ihm haben. Denn nur wenn ein Kind wirklich richtig lernt, was es heißt, sich verantwortungsvoll um ein Tier zu kümmern, hat dies auch Vorteile im weiteren Verlauf seines eigenen Lebens. Außerdem ist dies natürlich eine Grundvoraussetzung für ein langes und gesundes Hamsterleben. Vielleicht bietet sich ja auch eine Gelegenheit, beispielsweise in einem Tierheim, bei der Pflege der kleinen Nager zu helfen. So kann man schnell herausfinden, ob ein Kind der Verantwortung gewachsen ist und außerdem bietet sich natürlich eine gute Möglichkeit den richtigen Umgang und die nötigen Verhaltensmaßregeln zu erlernen.

Außerdem muss man sich natürlich immer darüber im Klaren sein, dass Hamster nachtaktive Tiere sind und daher eigentlich fast nie tagsüber, aus ihrem Häuschen kommen. Ausnahmen sind hier einige Zwerghamster, allerdings eignen sich die aufgrund ihrer quirligen und hektischen Art an sich noch weniger für ein Kind, als ein Mittelhamster und gerade bei jüngeren Kindern, die früh ins Bett müssen, ist die Enttäuschung oft groß, wenn man den vierbeinigen Freund kaum zu Gesicht bekommt. Unnötiges Wecken während der Schlafzeiten fördert die Aggressivität und verringert die Lebenserwartung!

Mehrere Hamster

Sollten mehrere Tiere angeschafft werden, ist immer darauf zu achten, dass Hamster an sich Einzelgänger sind und sich nach der Geschlechtsreife nur noch in ganz vereinzelten Fällen friedlich gegenüber ihren Mitbewohnern verhalten. Dieses ist allerdings in der Regel nur bei einigen Zwerghamstern, zu beobachten. Daher ist grundsätzlich von einer Haltung mehrerer Tiere in einer Behausung abzusehen, es gilt immer, ein Hamster - eine Behausung. Kommt es, trotz einer eigentlich harmonisierenden Gruppe von Zwerghamstern (gleichgeschlechtliche Wurfgeschwister), zu Raufereien und Bissduellen - dies kann auch noch nach einem halben bis dreiviertel Jahr oder sogar noch später passieren, da die Hamster in dieser Zeit dominant werden - ist auch hier eine Haltung in getrennten Behausungen nicht zu vermeiden.

Mehrerer Hamster in einer Behausung

Der richtige Umgang

Ganz wichtig ist es, auf jeden Fall die Ruhezeiten der kleinen Vierbeiner zu berücksichtigen. Hierbei sei direkt angemerkt, dass diese, aufgrund der Nachtaktivität der Tiere, meist tagsüber sind. Zum ständigen Kuscheln und Knuddeln eignen sich Hamster sowie so nicht. Sollte es sich bei der Neuanschaffung um einen Mittelhamster handeln, ist es aber ab und an möglich das Tier aus seiner Behausung zu holen, sofern es handzahm ist. Diese kleinen Nager brauchen sowieso sehr viel Bewegung. Hält ein Zwerghamster Einzug, beschränkt sich die Aktivität meist auf die Behausung an sich, dass bedeutet aber nicht, dass man sich mit diesen kleinen Wühlern nicht beschäftigen kann.

Schlafender Goldhamster
Schlafende Hamster sollten unter gar keinen Umständen geweckt werden!

Im Gegenteil, auch sie bedürfen einer regelmäßigen Zuwendung und können, wenn sie erst einmal handzahm geworden sind, auch zwischendurch in eine große Wanne gesetzt werden (natürlich mit Einstreu und einigen Dingen aus der eigentlichen Behausung), aber nicht alle Zwerge stehen so sehr darauf ihr eigentliches "Revier" zu verlassen, auch das sollte dann akzeptiert werden.

Und immer Vorsicht beim "Lufttransport" dieser extrem kleinen Haustiere, die Verletzungsgefahr bei Stürzen ist sehr hoch. Dafür ist es aber ab und zu möglich, dass die Zwerge, im Gegensatz zu einem Mittelhamster, auch schon mal tagsüber aktiv sind, aber grundsätzlich gilt: der Hamster gibt die Zeiten vor!

Grundsätzliches zur Hamsterhaltung

Urlaubszeit und Hamster

Da ein Haustier wie der Hamster auch ruhig mal zwei bis drei Tage allein bleiben kann (natürlich auf ausreichend Futter und Trinkwasser achten und die Behausung vorher gründlich reinigen), wird er auch immer beliebter bei Junggesellen und Alleinwohnenden. Steht allerdings eine längere Reise oder ein Urlaub an, ist es wichtig eine geeignete Pflegevertretung zu finden (bei Bedarf können Sie gerne eine Kleinanzeige am schwarze Brett anhängen). Diese ist am besten auch schon Mal einige Tage vorher in die wichtigsten Geheimnisse der Hamsterhaltung einzuweihen, auch eine kurze Checkliste und die wichtigsten Daten (Angaben zum Tierarzt, Geschlecht, Alter des Tieres usw.) auf einem Zettel an der Behausung, können für eine Pflegeperson hilfreich sein.

Zwar kann man einen Hamster auch auf gewisse Touren mitnehmen, doch sei hier direkt darauf hingewiesen, dass es sich bei keiner Hamsterart um besonders transportfreudige Tiere handelt. Außerdem muss der Transport mit evtl. Fluggesellschaften abgesprochen und bei der Reise ins Ausland, sollte die Einreise mit den jeweiligen Behörden (Konsulat) geklärt werden.

Hamster und andere Haustiere

Gehören noch andere Haustiere zum neuen Umgang des kleinen Vierbeiners, muss auf gewisse Vorkehrungen geachtet werden, um unnötige Gefahren zu vermeiden. Es soll zwar schon die tollsten Tierfreundschaften gegeben haben, aber mit einer Katze sollte ein Hamster nicht unbedingt in näheren Kontakt geraten. Grundsätzlich ist ein Hamster am besten als einziges Haustier zu halten, da nicht nur bei Katzen, sondern auch bei größeren Vögeln, wie beispielsweise Papageien oder bei Hunden die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Hamster vom Spielgefährten zum Opfer entwickelt, sehr hoch ist. Bei der Begegnung mit einem kleineren Vogel (z. B. Wellensittich) kann es sogar passieren, dass ein Goldhamster sich zur Wehr setzt und der Vogel als Verlierer zurückbleibt.

Hamster mit Hund
So eine Begegnung kann für den Hamster tödliche Folgen haben!

Auch mit Meerschweinchen oder Mäusen, wie man es teilweise in Büchern liest, kann man Hamster nicht zusammen in einer Behausung halten. Sowohl das Sozialverhalten der Tiere - Hamster sind Einzelgänger, Meerschweinchen und Mäuse lieben es gesellig - als auch die unterschiedlichen Zeiten an denen sie aktiv sind, sprechen nicht wirklich für solche Experimente.

Gefahren für Hamster

Kurzinfo zur Rechtslage

Da das Halten von Hamstern zum "bestimmungsgemäßen Gebrauch" einer jeden Mietwohnung gehört, ist es nicht nötig erst eine besondere Genehmigung des Vermieters einzuholen. Eine gewerbliche Zucht von Hamstern ist in Mietwohnungen jedoch nicht gestattet. Außerdem ist in einem solchen Falle auch eine Erlaubnis nach §11 des Tierschutzgesetzes, zur gewerblichen Zucht von Wirbeltieren nötig. Diese kann beim zuständigen Kreis- oder Stadtveterinäramt beantragt werden.

Rechtsfragen zur Hamsterhaltung

Tierhaarallergie

Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass es ratsam ist, alle im Haushalt lebenden Personen, auch bei der Anschaffung eines Hamsters, auf eventuelle Allergien gegen Tierhaar, testen zu lassen. Denn bei allergischen Reaktionen ist kein Haustier eine Freude. Allerdings ist so ein Test niemals 100%ig verlässlich, denn im Prinzip sind exakte Messungen nur mit Fell/Haaren von dem Tier möglich, welches bei Ihnen lebt bzw. angeschafft werden soll, da die Felltypen bei jedem Hamster unterschiedlich sind. Es kann also sein, dass sie beim Test keinerlei Reaktion auf Hamsterhaar haben, aber dann bei einem bestimmten Hamster doch allergische Reaktionen verspüren. Gerade die langhaarigen Arten sind häufig Problemfälle für Allergiker. Am Besten wäre es, wenn Sie bereits vor der Anschaffung schon Kontakt zu anderen Hamstern hatten (bei Bekannten, im Tierheim oder Zoogeschäft), die eigene Erfahrung ist mit unter der sicherste Allergietest.

Neben einer Tierhaarallergie, können auch noch andere Allergien zu einem Problem werden, wenn ein Hamster angeschafft wird. Wer z. B. auf Gräser oder Hausstaub allergisch reagiert, sollte sich eine Anschaffung auch gut überlegen. Zum einen sind Heu und Stroh unverzichtbare Rohfaserlieferanten für den Hamster und zum anderen ist ein gewisses Maß an Staubentwicklung bei Sand oder Einstreu fast nie zu vermeiden.

Wichtige Hinweise

Ein Hamster ist kein Haustier für ein kleines Kind und auch ältere Kinder sollten vor allem in der Anfangszeit immer einen Erwachsenen bei sich haben, wenn das Tier aus seinem Heim geholt wird, das verhindert unnötige Unfälle.

Tagsüber brauchen Hamster ausreichend Ruhe und daher sollten sie keiner dauernden Beschallung, z. B. durch eine Stereoanlage, ausgesetzt werden. Außerdem darf ein Hamster niemals geweckt werden.

Zwerghamster sind für Hamsterneulinge und Kinder ungeeignet, mit ihrer flinken Art sind sie an sich reine Beobachtungstiere und sie huschen auch gerne mal aus der Hand.

Kinder unter 16 brauchen die Einwilligung der Eltern für den Kauf eines Hamsters, genehmigen die Eltern den Kauf nicht, muss das Tier zurückgenommen und der Kaufpreis erstattet werden.

Weitere Hinweise, Tipps und Tricks zur Anschaffung

Tipps & Tricks

Kaufen Sie den Hamster immer erst in den späteren Nachmittagsstunden, nie morgens, da die meisten Tiere zu dieser Zeit schlafen.

Lassen Sie sich ausreichen Zeit, vor dem Kauf sollten Sie das Tier mindestens eine viertel Stunde beobachten, denn nur so kann man sicher sein, dass es nicht krank ist.

Kaufen Sie ein Tier immer im Beisein von Zeugen, niemals alleine, so haben Sie für "mündliche Verträge und Nebenabreden" immer einen Zeugen.