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Welcher Hamster eignet sich für mich?

Die Qual der Wahl

Wie bei jedem anderen Haustier, so müssen natürlich auch bei der Anschaffung eines kleinen Hamsters einige Fragen im Voraus geklärt werden. Ganz wichtig, egal für welchen der niedlichen Nager man sich entscheidet, ist zu wissen, dass es sich bei einem Hamster nicht um einen Kuschel- oder Spielgefährten handelt, wie z. B. bei einem Hund oder einer Katze. Außerdem sind fast alle Hamster nachtaktive Tiere, d. h. sie werden erst im Laufe des Spätnachmittags wach, bleiben dann aber bis in die frühen Morgenstunden auf den Beinen.

Ein Käfig voller Hamster ...
Ein Käfig voller Hamster ...

Sind diese Tatsachen berücksichtigt, bleibt noch die Frage nach der Hamsterart. Hat man sich früher nach einem Hamster umgeschaut, bekam man in der Regel nur wildfarbene Goldhamster mit dem typisch goldbraunen Fell zu sehen. In den letzten Jahren hat sich das Angebot aber doch erheblich erweitert und Hamster ist nicht mehr gleich Hamster. Im wesentlichen werden heute drei Gattungen als Heimtiere gehalten. Zum einen Mittelhamster und zum anderen sowohl die Kurzschwänzigen- als auch die Grauen- bzw. Langschwänzigen-Zwerghamster.

Bei Mittelhamstern noch wichtiger, als bei den kleineren Arten, den Zwerghamstern, ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass die Tiere nicht während ihrer Ruhe- oder Schlafzeiten gestört oder geweckt werden. Neben ihrer Stimmung, haben solche Störungen auch auf die Lebenserwartung der Tiere eine negative Auswirkung. Die kleineren Verwandten nehmen diese Schlafunterbrechungen nicht ganz so übel, da sie teilweise auch am Tage aktiv sind. Aber auch sie sollten nicht unnötig geweckt werden, denn Störungen und Weckaktionen fördern die Aggressivität, verringern die Lebenserwartung und sind nicht sehr vorteilhaft für ein gesundes Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier. Durch ihre Körpergröße, sind die Mittelhamster aber im Vergleich zu den Zwerghamstern, besonders wenn Kinder im Haushalt sind, geeigneter, da sich ein solches Tier doch schon eher aus der Behausung holen und streicheln lässt, wenn es handzahm ist. Die meist wesentlich kleineren Zwerghamsterarten sind für solche Eskapaden eher ungeeignet, aber auch sie bringen eine Menge Spaß ins Leben. Sollte es sich bei der Anschaffung aber in erster Linie wirklich um einen Hausfreund für ein Kind handeln, sind Zwerghamster eher ungeeignet!

Bei den verschiedenen Unterarten des Syrischen-Goldhamsters, dem eigentlichen Mittelhamster, ist zu bedenken, dass vor allem "Modefarben" häufig in Massen gezüchtet werden, um der Nachfrage gerecht zu werden. Das hat zur Folge, dass diese Tiere nicht ganz so robust sind und daher etwas anfälliger gegen Krankheiten sein können - dies gilt auch für viele Zwerghamster. Daneben sind verschiedene Unterarten der Goldies, wie z. B. Schecken-Goldhamster, wesentlich schwerer zu zähmen und bieten sich daher nicht unbedingt für den Hamsterneuling an. Robos sind aufgrund ihrer recht hektischen und nervösen Art ebenfalls nicht so leicht an den Menschen zu gewöhnen und auch Campbells, vor allem den Weibchen, wird eine gewisse Bissfreudigkeit und Aggressivität nachgesagt. Teddy- und auch Russen- bzw. Siam-Hamster dagegen gelten als besonders zutraulich, ebenso wie die possierlichen Dsungarischen-Zwerghamster. Aber natürlich hängt das auch immer mit dem individuellen Charakter des Tieres zusammen, so dass man an sich keine pauschale Angaben zur Eingewöhnungszeit machen kann

Wichtig ist auch beim Kauf darauf achten, dass es sich um einen jungen, noch nicht geschlechtsreifen Hamster handelt. Ideal ist ein Alter von ca. 4-5 Wochen, eher sollten die Jungtiere nicht unbedingt von ihrer Mutter getrennt werden. Bei Zwerghamstern kann die Abgabe bzw. Übernahme auch ruhig zwei, drei Wochen später passieren, gerade die winzigen Robos sollten nicht vor der 8-10 Woche von der Mutter getrennt werden. Zwar werden auch ältere Tiere, entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung, noch handzahm, allerdings ist ja ein Hamsterleben selbst bei wirklich guter Pflege und Haltung nach ungefähr zwei bis drei Jahren beendet. Man erkennt ein Jungtier am Besten an seiner Größe, denn mit etwa 4 Wochen haben sie ca. die Hälfte ihrer Körpergröße (beim Mittelhamster ca. 8-10 cm) erreicht und sind auch schon völlig selbstständig.

Die Frage nach dem Geschlecht ist eigentlich nur von großer Relevanz, wenn es darum geht, selber einmal Nachwuchs mit seinen Schützlingen zu züchten. Allerdings kann es natürlich aufgrund der Haltung der Tiere in den Geschäften oder beim Züchter, bei weiblichen Tieren immer wieder mal vorkommen, dass Sie mit dem Kauf eines Tieres dann doch ein paar Tage später stolze Eltern einer ganzen Hamsterschar werden, da die junge Dame vielleicht schon schwanger gewesen ist. Außerdem gelten die meisten weiblichen Tiere, egal welcher Art, als etwas aggressiver und nicht ganz so leicht zu zähmen.

Abschließend noch der Hinweis, dass es natürlich auch ratsam ist ein gesundes Tier auszuwählen. Mann sollte sich keines Falls zu Mitleidskäufen hinreißen lassen, so fördert man nur die schlechten Bedingungen und Geschäftspraktiken verantwortungsloser Unternehmer. Man rettet zwar ein Tier, liefert damit aber nur die nächste Generation dem gleichen Schicksal aus (siehe auch: Hamster-Gesundheitsscheck).

Die Familie der Großhamster (Feldhamster) bleibt dem Hamsterfreund nur als Wildtier. Sie sind weder im Handel noch bei Züchtern zu bekommen, da diese Tiere unter Artenschutz stehen. Dies gilt im Übrigen auch für den Rumänischen- Goldhamster und den Balkan-Zwerghamster.

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Wichtige Hinweise

Zwerghamster sind für Hamsterneulinge und Kinder ungeeignet, mit ihrer flinken Art sind sie an sich reine Beobachtungstiere und sie huschen auch gerne mal aus der Hand.

Mitleidskäufe fördern nur die schlechten Bedingungen und Geschäftspraktiken. Man rettet zwar ein Tier, liefert damit aber nur die nächste Generation dem gleichen Schicksal aus.

Tipps & Tricks

Männchen oder Weibchen? Im Wesen unterscheiden sie sich nicht voneinander, aber Männchen wird nachgesagt, dass sie etwas friedlicher sind.

Kaufen Sie den Hamster immer erst in den späteren Nachmittagsstunden, nie morgens, da die meisten Tiere zu dieser Zeit schlafen.

Lassen Sie sich ausreichen Zeit, vor dem Kauf sollten Sie das Tier mindestens eine viertel Stunde beobachten, nur so kann man sicher sein, dass es nicht krank ist.

Weitere Hinweise, Tipps und Tricks