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Übersicht - Genetische Grundlagen
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Auf den Spuren von Gregor Mendel
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Es gibt zwar hier in Deutschland weder Rassestandards, noch Ausstellungen, auf denen Hamster
nach diesen bewertet bzw. prämiert werden, doch werden auch hier die Tiere - meist allerdings
nur von professionellen Züchtern - immer häufiger nach den verschiedenen
Farb- und Fellvarietäten unterschieden. In wieweit eine vollkommen nach Standards ausgerichtete Zucht und
auch die Präsentation bzw. Bewertung dann immer zum Wohle der Tiere ist, sei einmal
dahingestellt. Fakt ist aber doch, dass nur durch eine gewisse Zuchtkontrolle gewährleistet
werden kann, um was für ein Exemplar es sich im Endeffekt wirklich handelt. Da es durchaus
einige Kreuzungen gibt, bei denen die Nachkommen durch genetische Kombinationen zu Schaden
kommen können, ist dies nicht unbedingt verkehrt.
Aber grundsätzlich kann es ja auch bei einer reinen Hobbyzucht ganz interessant sein, ungefähr
zu wissen was bei einer gelungen
Paarung herauskommen könnte. Auf dieser und den folgenden Seiten zum Thema sind einige recht
verständliche Erläuterungen zu den grundlegenden genetischen Abläufen zu finden. Denn die Vielfalt
der Natur scheint vielleicht eher willkürlich, folgt aber doch immer bestimmten Gesetzen.
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| Johann, Gregor Mendel 22.07.1822 - 06.01.1884 |
Schon recht früh haben wir erkannt, dass die Vererbung von äußerlichen und sogar auch von
charakterlichen Eigenschaften gewissen Gesetzen unterliegt. Pionier auf dem Gebiet der Genetik
war der österreichische Ordensbruder Johann, Gregor Mendel, der Mitte des neunzehnten
Jahrhunderts anhand von Versuchen mit Erbsenpflanzen die ersten statistischen Regeln für die
Vererbung von einfachen Merkmalen aufstellte. Allerdings dauerte es noch bis zum 20.
Jahrhundert, bis diese Pionierarbeit zusammen mit der Zellbiologie tiefgründige Aufschlüsse
über die Geheimnisse der Erbmechanismen brachte. Aber Jahre später und trotz mittlerweile
existierender Elektronenmikroskope, haben die Mendelschen Gesetzte immer noch ihre Gültigkeit.
Heute sind die "vererbten Merkmale" als Gene auf fadengleichen Chromosomen bekannt. Jeder Zelle
eines Tierkörpers besitzt eine genau festgelegte Anzahl an Chromosomenpaaren, in diesen sind
sämtliche genetischen Informationen gespeichert. Nur die Samen- und Eizellen bilden hier eine
Ausnahme, hier teilen sich während der Meiose (Reifeteilung der Keimzellen) die
Chromosomenpaare in zwei einzelne auf. So bilden sich dann nach der Befruchtung erneut
Chromosomenpaare, in denen die Erbinformationen der Elterntiere gespeichert sind und die
jeweiligen Eigenschaften gehen so auf die Nachkommen über. Das bedeutet nun aber nicht, dass
ein schwarzes Männchen und ein weißes Weibchen dann graue Jungtiere bekäme. Entscheidend für
die tatsächlichen Eigenschaften der Nachkommen ist das Zusammenspiel von
dominanten und rezessiven Genen.
Allerdings sind dieses neuen Kombinationen, wie schon erwähnt nicht immer von Vorteil für die
Nachkommen, denn teilweise können einige Kombinationen zu Gendefekten oder anderen
Erbschwächen bei den Nachkommen führen. Aber auch hier beschränkt sich die erblich
Weitergabe nur auf Eigenschaften, die auch schon den Elterntieren angeboren waren
(vielleicht sogar in einer Kombination ohne Auswirkungen). So wird ein Hamster,
der evtl. im Laufe eines Rivalitätskampfes eine Ecke seines Ohres einbüßen musste,
keinesfalls Nachwuchs zeugen, der auch mit einem angebissenen
Ohr auf die Welt kommt.
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| Spätestens seit "Jurassic Park" kennt ihn jedes Kind - den DNS-Strang, Srickmuster des Lebens |
Die Vermischung der elterlichen Chromosome ist allerdings nicht bloß immer allein
ausschlaggebend für die Entstehung einer neuen
Farb- oder Fellvarietät. Denn nur durch immer wieder in der Natur auftauchenden
Mutationen - spontan auftretende Veränderungen im Erbmaterial - ist eine direkte
Abweichung vom Urstamm möglich. So sorgt die Natur dann auch mit zur Arterhaltung, denn
durch evtl. eintretende Umweltveränderungen haben diese Mutationen dann die besseren
Überlebenschancen. Aber nicht jede Mutation ist auch wirklich sinnvoll und würde sich
in freier Natur durchsetzen (ein schwarzer
Goldhamster beispielsweise wäre in seiner sandigen Heimat eine regelrechte
Zielscheibe). Allerdings können solche Veränderungen natürlich bei der Heimtierzucht
gezielt gefördert und gefestigt werden. Denn diese Mutationen sind zu einem bestimmten
Prozentsatz auf die Nachkommen vererbbar. Grundsätzlich sind derartige Eingriffe
eigentlich nur der Natur vorbehalten, wie wir aber wissen ist es auch möglich durch
Radioaktivität diverse nicht vorhersehbare Mutationen zu schaffen.
Mit viel Geduld und schon vorhandenen Farben, ist es allerdings auch schon gelungen neue Formen
zu festigen. Dies liegt an dem nicht unwichtigen Teil, den das Melanin (Pigmente in den Haaren)
mit dem äußeren Erscheinungsbild eines Lebewesens zu tun hat. Man unterscheidet hier zwischen
Eu-Melanin, diese ist verantwortlich für die schwarzen bzw. dunklen Farben und dem Phäo-Melanin.
Diese ist für die rötlichen Farben zuständig. Auch die Vermischung dieser Melanine durch
Kreuzungen, können neue Farbvarietäten hervorbringen. Durch Mutationen kann aber auch die
Anzahl und Form der Pigmente verändert werden. So wird dann das Licht anders reflektiert und
das Tier erscheint in einem neuen Farbton. Bestes Beispiel hierfür ist die Mutation vom
schwarzen Eu-Melanin hin zu schokoladenbraun oder braun. Allerdings kommen derartige Mutationen
meist deutlicher bei den Phäo-Melaninen zum Vorschein.
Ein letzte Möglichkeit für eine Farbänderung bietet die "Verdünnung", hier werden durch die
rezessive Gene die Pigmente in den Haaren verringert. So entstehen dann Farben wie: blau oder
lila beim Eu-Melanin und creme oder aprikot beim Phäo-Melanin.
Außerdem ist eine solche Verdünnung auch noch Ursache für, das bei uns sehr weit verbreitete
Phänomen, der sogenannten Wildfarbe (agouti). Hier tritt dann nämlich eine Schattierung
im Fell auf, die dadurch entsteht, dass ein bestimmtes Gen dann nur an einigen Stellen die
Entwicklung der dunklen Pigmente unterdrückt. So sind die einzelnen Haare dann abwechselnd in
dunkle und hellere Bänder unterteilt. D. h. ein wildfarbener
Goldhamster hat zwar schwarze Haarspitzen und oft auch noch schwarze Bänder
innerhalb des Haares, wirkt aber trotzdem Goldwildfarben und wird daher dann auch als
Goldagouti bezeichnet. Denn ohne das Gen für die Wildfarbe wäre das Exemplar völlig
schwarz.
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Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
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Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
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Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
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Familie: Wühler (Cricetidae)
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Gattungsgruppe: Hamster (Cricetini)
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Gattungen: Großhamster (Cricetini), Mittelhamster(Mesocricetus),
Kurzschwänzige- Zwerghamster (Phodopus), Graue-/Langschwänzige- Zwerghamster (Cricetulus)
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