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Übersicht - Genetische Grundlagen - Angewandte Genetik
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Das Prinzip der Vererbung
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Nun wollen wir noch anhand eines präzisen und recht einfachen Beispiels die Prinzipien der
Genetik verdeutlichen. Hierzu gehen wir noch kurz auf die beiden grundsätzlich möglichen
Genkombinationen ein. Zum einen kann es sein, dass sich bei einem Tier zwei identische Gene für
ein bestimmtes Merkmal paarig gegenüberliegen. Also jeweils zwei dominante oder rezessive Gene,
dann spricht man von einem homozygoten Exemplar. Es kann natürlich auch sein, dass sich zwei
verschiedene Gene gegenüberliegen, in einem solchen Fall spricht man von einem heterozygoten
Tier. Diese Typen werden durch einen einfachen Buchstabencode gekennzeichnet, dominante Gene
durch Großbuchstaben (hier "G") und rezessive Gene mit Kleinbuchstaben (hier "g").
Nach einer einfachen Faustregel lässt sich teilweise auch ohne Kenntnis des Genotyps der Eltern
sagen, ob es sich um ein homo- oder heterozygotes Tier handelt. Denn die Exemplare mit
sichtbaren, rezessiven Eigenschaften sind auf jeden Fall homozygot, da sonst ja auf alle Fälle
eine dominante Eigenschaft für den Phänotyp verantwortlich wäre. Bei dem Erscheinungsbild einer
dominant vererbten Eigenschaft kann man da nicht so sicher sein.
Um bei dem folgenden Beispiel eine klare Ausgangssituation zu haben, gehen wir Mal von zwei
rein homozygoten Elterntieren aus. Einem komplett homozygoten Albino (gg) und einem
absolut homozygoter Goldie (GG). Bei einer derartigen Ausgangsbasis für
eine
Paarung, kann der dabei entstehende
Nachwuchs grundsätzlich nur aus heterozygoten Tieren bestehen, die alle eine
Goldfärbung aufweisen. Denn die Goldfärbung vererbt sich immer dominant gegenüber der
Albinofärbung. Allerdings tragen eben alle Nachkommen auch das rezessive Gen für die
Albinofärbung. Eine solche Eigenschaft kennzeichnet man normalerweise durch einem
Schrägstrich, hier also "Gold/Albino".
Kreuzt man diese heterozygoten Exemplare nun untereinander, so führt dies dann zu ungefähr 25%
homozygoten Goldies (GG), 25% homozygoten Albinos (gg) und zu 50% erneut zu
heterozygoten Gold/Albinos (Gb).
Diese Werte sind natürlich nur rein statistischer Natur. Zum einen kann es z.B. immer Mal
vorkommen, dass wirklich über mehrere Generationen die rezessiven Gene immer nur mit dominanten
zusammenkommen. So würden dann hier immer nur Gold/Albinos unter den Nachkommen sein, die zwar
das Albino-Gen in ihrem Erbgut besitzen, aber aufgrund des dominanten Gens für die Goldfärbung
eben immer nur die äußerlichen Eigenschaften eines wildfarbenen Goldies aufweisen. Und doch
wird Mutter Natur ihre Gesetzte einhalten und irgendwann kommt auf einmal ein kompletter
Albinowurf zu Tage. Zum anderen kommt hinzu, dass grundsätzlich ja doch noch wesentlich mehr
als nur ein einzelnes Gen bei der Ausprägung einer bestimmten Eigenschaft eine Rolle spielen.
Aber auch hier gelten immer die grundlegenden Prinzipien der Erbgesetze. Außerdem muss man noch
dazu sagen, dass nicht alle Eigenschaften nach diesem einfachen Muster (dominant/rezessiv)
vererbt werden. Denn teilweise tritt ein Erscheinungsbild auch nur dann auf, wenn ein
bestimmtes anderes Gen das erste aktiviert. Andere Gene beispielsweise geben ihre Informationen
nur gekoppelt mit wieder anderen weiter, so sind dann teilweise bestimmte Augenfarben an ganz
bestimmte Fellfarben gebunden und es ist daher auch genetisch bedingt unmöglich, die ein oder
andere Kombination von Fell- und Augenfarbe zu erreichen.
Gezielt zu züchten ist also wirklich nicht ganz einfach. Schon gar nicht, wenn man nicht genau
weiß, ob es sich bei den Elterntieren nun um rein homozygote oder heterozygote Exemplare
handelt. Aber auch hier lässt sich meist nach dem ersten oder zweiten Wurf Klarheit schaffen
und durch weitere Erfahrungen, ist dann nach gewisser Zeit eigentlich jeder in der Lage eine
ungefähre Vorhersage, den
Nachwuchs betreffend, zu machen. So ist dann immerhin eine im gewissen Rahmen
gezielte Zucht möglich.
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